top of page

Judith

Beständig

Nie ganz zu Hause - ERF Talkwerk

  • Autorenbild: Judith Beständig
    Judith Beständig
  • 8. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Manchmal fühlt sich das Leben so an, als wäre man nie ganz zu Hause. Genau dieses Gefühl habe ich in meiner Lebensgeschichte erlebt. Bei der Fernsehshow Talkwerk von ERF Jess in Wetzlar durfte ich meine Geschichte in einer Kurzfassung erzählen. Nach mehreren vorbereitenden Telefoninterviews kam endlich der Tag an dem ich nach Wetzlar ins Studio des ERF gefahren bin. Bereits am Vorabend bin ich angereist, damit ich für die Aufnahme am nächsten Tag fit war.



Morgens um 8 Uhr sollte ich da sein. Ich war sooo nervös. Ungeschminkt ging es los zum wunderschönen Neubau vom ERF. Empfangen wurde ich von einer Gästebetreuerin die mir alles erklärte. Bereits um 8:30 saß ich in der Maske. Das war so besonders! Die Maskenbildnerin arbeitet sonst für wirklich große Produktionen für Film, Fernsehen und Netflix! Die 15 Minuten mit ihr haben mich total ruhig werden lassen. SIe war so angenehm und hat es geschafft, dass ich mich nicht "verkleidet" fühle. Das Aufeinandertreffen auf die anderen Gäste war sehr schön. Wir wurden jedoch gebeten, nicht über unsere Themen zu sprechen, die wir in der Sendung einbringen würden. Zuerst fand ich das komisch, aber die Erklärung über das warum machte für mich Sinn. Die Aufnahme fand später an einem Stück statt und es war echter wenn wir die Geschichten der anderen auch zum ersten mal hörten. Vor der Aufnahme beteten wir gemeinsam. Das tat richtig gut, denn meine Aufregung war wirklich enorm. Die Aufnahme fand dann ab ca 11 Uhr statt.

Als Gäste kannten wir die Fragen der Moderatorin Jessy nicht vor der Aufnahmen. Das macht die Gesprächsrunde am großen runden Tisch besonders authentisch. In der Sendung haben die Gäste jeweils etwa 15 Minuten, um ihre persönliche Geschichte zu teilen und zu zeigen, wie sie Gott im Alltag erleben. Mein Thema „Nie ganz zu Hause“ beleuchtet meine Adoptionsgeschichte zu den Themen Verlust und der Suche nach Identität. Themen, die viele der Zuschauer auf unterschiedliche und vielfältige Weise kennen.


Ich wurde in meinem ersten Lebensjahr adoptiert. Für mich bedeutete das nicht nur eine neue Familie, sondern auch eine tiefe innere Zerrissenheit. Die Frage „Wo gehöre ich eigentlich hin?“ begleitete mich lange. Adoption kann ein Geschenk sein, aber auch eine Quelle von Verlust und Unsicherheit. Ich erzähle, wie mich das Gefühl, nie ganz zu Hause zu sein, geprägt hat.


Ich spreche offen über den Verlust, den ich empfand – nicht nur den Verlust der leiblichen Familie, sondern auch den Verlust eines klaren Bildes von mir selbst. Die Suche nach Identität wurde zu einem zentralen Thema in meinem Leben. Und ich erzähle wie der Glauben mir geholfen hat mich und meine Lebensrealität besser zu verstehen und anzunehmen.


Das Format von Talkwerk bei ERF Jess schafft einen besonderen Raum. Dabei geht es nicht um perfekte Antworten, sondern um echte, persönliche Erfahrungen. Das macht die Sendung so authentisch und nahbar. Meine Geschichte ist eine Einladung, sich mit den eigenen Wurzeln auseinanderzusetzen und den Mut zu haben, sich selbst zu suchen – auch wenn das bedeutet, sich mit Verlust und Schmerz zu beschäftigen. Ich möchte zeigen, dass es möglich ist, trotz schwieriger Erfahrungen einen Ort zu finden, an dem man sich zu Hause fühlt.

Als die Aufnahme losging, schlug mein Herz sehr schnell. Die Aufregung war körperlich spürbar. Zum Glück war ich durch die Geschichte der ersten Gesprächspartnerin so fokussiert, dass meine Aufregung langsam verschwand. Die 15 Minuten meines Gesprächs gingen wie im Flug vorbei und als die gesamte Aufnahme fertig war, fragte ich mich warum. ich eigentlich so unglaublich nervös vorher gewesen war. Es war doch eigentlich nur ein Gespräch am Tisch, wie es auch an einem Abend mit Freunden hätte stattfinden können. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bekam ich noch eine Führung durch die verschiedenen Bereiche des ERF. Ich bin wirklich begeistert mit wieviel Herzblut dort dafür gearbeitet wird, dass Menschen die gute Nachricht von Gottes Liebe auf vielfältige Weise erfahren. Danke an alle die das durch Spenden möglich machen. Dazu sollte ich vielleicht auch ncoh erwähnen, dass wir als Gäste keinerlei Bezahlung für die Teilnahme erhalten. Als Gäste ist uns einzig und allein wichtig, andere Menschen durch unser Erleben zu ermutigen sich Gott anzuvertrauen. Ich bin so dankbar für dieses schöne Erlebnis und bin zufrieden mit dem Ergebnis. Natürlich ist meine Geschichte detaillierter als in der Sendung dargestellt. Aber eine Lebensgeschichte passt auch nicht in 15 Minuten :-) Hast du Fragen zur Aufnahme? Hast du sie schon gesehen? Wie fandest du es? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen! Falls du die Sendung noch nicht gesehen hast findest du meinen Beitrag hier:


Liebe Grüße

Judith



 
 
 
bottom of page